Selbstbestätigung, Offene Fragen

Von Zeit zu Zeit ist es aufbauend, die eigenen Fragen bei anderen Menschen wiederzufinden. Das zeigt, dass man nicht unbedingt auf dem falschen Weg ist und vor allem, dass es nicht schlimm ist, wenn man bisher keine Antworten gefunden hat. Manchmal gibt es die einfach noch nicht. Manchmal hat einfach tatsächlich bisher kaum jemand etwas zu dieser oder jener Frage geforscht. Beispiele:

Zum Konzept Information Needs, speziell für Kinder und Jugendliche: „Many interesting questions arise. What are the information needs of two-year-olds? Are the information needs of an urban African-American-eight-year-old girl different from those of an eight-year-old Swedish-American boy living on a farm in Minnesota? What are the information needs of children at different ages pertaining to civic or economic issues? What are the information needs of American children about children in other parts of the world?“ [Virgina A. Walter / Public Library Service to Children and Teens : A Research Agenda. – In: Libary Trends, 51 (4) 2003, pp. 571-589]

Zur Frage, was machen die Nutzerinnen und Nutzer eigentlich in der Bibliothek: „What do we know about how the public uses the public library to satisfy information-related needs? The answer to that question is that we actually know less than we should because until recently, the research literature on information-seeking concentrated on the information-seeking behaviors and practices of academics, scholarly researchers and various professional groups, such as doctors, nurses, engineers and the like. In-depth studies of the information-seeking of members of the general public in relation to the public library are far fewer in number.“ [Gloria J. Leckie ; Lisa M. Given / Understanding Information Seeking : The Public Library Context. – In: Advances in Librarianship, 29, 2005, pp.1-72.]

Cultivating Information Skills

Die Studie Cultivating Information Skills in Further Education (1992) von Sheron Markless, David Streatfield und Lawrie Baker legt ein Forschungsdesign für die Bestimmung von Aktivitäten zur Förderung von Information Skills vor.
Die Forschungen vereinigten strukturierte Interviews mit den Verantwortlichen für die Nutzerinnen- und Nutzerschulungen von ausgewählten Campusbibliotheken, mit der „teilnehmender Beobachtungen“ und Aufzeichnung von Bildungsaktivitäten mittels eines strukturierten Fragebogens. Zudem wurden Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern solcher Aktivitäten durchgeführt.
Letztlich, so dass Ergebnis der Studie, sind es folgende Kriterien, welche hauptsächlich Einfluss auf die Möglichkeiten der Bibliotheken zur Vermittlung von Information Skills haben:

  • verfügbare Zeit
  • Staff (Anzahl und Skills des Staff)
  • Students (Welche? Wieviele? Mit welchen Anforderungen, Erwartungen etc.?)
  • Space/Unterrichtsräume oder -plätze
  • Resources/Bestand
  • Library Management (Stil, Ethos, Selbstbild der Bibliothek)

Auch diese Studie stand vor dem Problem, dass Information Skills – wie andere Kompetenzen – sehr vielfältig bestimmt werden können. Dies war gerade dann bedeutsam, wenn die untersuchten Bibliotheken selber definiert hatten, was sie unter Information Skills verstehen.
Deshalb begannen die Interviews immer mit einer sehr weiten Definition von Information Skills, die dann von den Befragten konkretisiert wurde. So wurde ungefähr klar, was in der einzelnen Bibliothek unter Information Skill verstanden wird, ohne eine Definition als Leitthema der Studie festzulegen.