Bibliothekstagsveranstaltungsort Neukölln

Der nächste Bibliothekstag, der 100. immerhin, wird im Juni diesen Jahres ja nicht irgendwo in Berlin stattfinden, sondern in Neukölln. Ich wohne da, so nah, dass ich ohne Probleme zum „Estrel“-Hotel/Konferenzcenter hinlaufen kann, wo der Bibliothekstag stattfinden wird. Eine interessante Wahl, fürwahr.

Also gingen Ben und ich letztens als LIBREAS-Abordnung dort einmal hin, um der bibliothekarischen Öffentlichkeit einen photographischen Eindruck vom Veranstaltungsort zurück zu liefern. Die ersten Bilder hat Ben mit einem feuilletonistischen Text im LIBREAS-Blog veröffentlicht, weitere werden folgen. (Der Beitrag findet sich hier.)

Und? Wie sieht es aus? Wie Neukölln halt: ein hässlicher Bezirk mit wenigen hübschen Ecken, kurz vor der Gentrifizierung. Genauso wie man es erwartet. Die Häuser um den Veranstaltungsort selber sind jetzt schon voller Studierenden-WGs, Künstlerinnen und Künstler, Projektmanager und Projektmanagerinnen und so weiter. Die sozial schwache Bevölkerung beginnt fortzuziehen – aber noch ist sie da. Die Gegend selber wird schon noch hübsch werden, zum Teil. Aber noch ist sie hässlich, noch finden sich Industriegelände und Häuser, die aussehen, als würden sie schon länger nicht mehr gepflegt. Schaut man genauer hin, finden sich aber auch schon Clubs, Kneipen von und für Studierende und hippe Leute, mit WLAN, Milchkaffee und Frühstück bis 17.00 Uhr.

Und mittendrin steht das Estrel-Center. Warum es dort steht wo es steht ist nicht wirklich klar. Es sieht häßlich aus, aber anders häßlich. Halt… zweckmäßig. Als hätte jemand ein Gebäude aus Berlin-Mitte genommen und auf eine – bestimmt billige – Fläche in Neukölln versetzt. Beispielsweise gibt es so etwas wie ein Forum mit Springbrunnen und Sitzbänken an der Spitze des Estrel, dass aber mit einem direkten Ausblick auf eine ziemlich große und hässliche Straße. Aus dem Fenstern des Estrel sieht man zumindest in eine Richtung immer noch einen Schrotthandel und einen sehr traurigen Uferabschnitt voller Industriebauten. Daneben steht dann ein hipper (naja, möchtegern-hip) Biergarten des Estrel mit Kunstwerk und hübsch geschnittenen Bäumen. Aber auch der Biergarten bietet keinen schönen Ausblick, sondern nur einen auf die gleichen alten Industriegebäude.

Also: Kann man Spaß haben in Neukölln, wenn man den Bibliothekstag besucht? Aber hallo ja, klar. (Wieso wohne ich wohl hier?) Wenn man weiß, was man erleben will. Aber ein touristischer Höhepunkt ist das alles nicht. (Noch nicht. Warten wir einmal 10, 15 Jahre. Dann sieht es um das Estrel-Center vielleicht auch so langweilig aus wie heute in Friedrichshain.)

Einen touristischen Höhepunkt wird der Bibliothekstag also nicht bieten. Aber wer zu Dubstep tanzen gehen oder Cafes besuchen will, in denen man der Gentrifizierung praktisch live zuschauen kann, dann ist der Ort ganz okay. Wir werden noch mehr Bilder sehen, die den Bibliothekstagsveranstaltungsort dokumentieren, bevor die Veranstaltung los geht. Ich verweise dafür mal auf den LIBREAS-Blog.

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