Nächster Bibliothekstag / Erfurt

Sagte ich schon, dass laut dem aktuellen Call for Paper für den nächsten Bibliothekstag (offenbar aus Versehen auf der Homepage immer noch nur für männliche Bibliothekare ausgeschrieben, und das im Jahr 2008) die erste Schwerpunktveranstaltung fast so heißen wird, wie dieses Blog hier: „Bibliotheken sind Bildungseinrichtungen…“ – Bibliotheken im Visier der Politik? Nein? Na, dann habe ich es jetzt gesagt.

Selbstverständlich wird es dort um etwas ganz anderes gehen, als hier bzw. in meiner Promotion. Während bei mir die zwei Fragen im Vordergrund stehen, ob Bibliotheken tatsächlich so sehr Bildungseinrichtungen sind, wie gerne behauptet wird und wie dies überhaupt nachgewiesen werden könnte, geht es auf dem Bibliothekstag – wenn ich das richtig verstehe – darum, wie dieses Bild von Bibliotheken als Bildungseinrichtungen möglichst gut an die Politik verkauft werden kann. Nicht darum, ob dieses Bild so richtig ist; nicht darum, welche Art von Bildungseinrichtung eine Bibliothek eigentlich sein soll; nicht darum, ob einige Bibliotheken lieber etwas anderes wären, als Bildungseinrichtungen – beispielsweise Support-Infrastruktur für Bildungseinrichtungen oder Freizeiteinrichtung oder Forschungsstätte oder auch einfach nur in Ruhe gelassen mit diesen ständigen Leitbildern. Nein, es wird wohl darum gehen, wie Politikerinnen und Politiker dazu gebracht werden können, zu glauben, dass Bibliotheken quasi genau das darstellen, was Schulen und Kindertagesstätten (theoretisch) darstellen.
Ich würde mir wünschen, wenn diese fast zwanghafte Fixierung auf diese eine wichtige, aber wirklich auch sehr ausgewählte und gerade für Öffentliche Bibliotheken sehr schwer zu evaluierende Aufgabe von Bibliotheken (Bildung) in dieser Schwerpunktveranstaltung kritisiert würde. Realistischer und praktikabler fände ich, wenn klar würde, dass Bibliotheken Einrichtungen mit unterschiedlichen Aufgaben darstellen, die unter diversen Fokusen betrachtet, bewertet und genutzt werden können und deshalb auch als Einrichtungen politisch vertreten werden könnten/müssten, deren Vorteil in der Verbindung verschiedener Aufgabebereiche besteht.
Aber ich weiß schon: Wünschen alleine hilft nicht, da muss man schon selber hinfahren.

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