Was wird das Bildungspanel bringen?

Es kündigt sich langsam an, dass in nicht allzuferner Zeit in Deutschland ein Bildungspanel aufgebaut werden könnte. Die ersten Hinweise hierzu fanden sich schon 2004 in dem Grundlagenbericht „Konzeptionelle Grundlagen für einen Nationalen Bildungsbericht – Non-formale und informelle Bildung im Kindes- und Jugendalter“ der Reihe Bildungsreform des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Und zwar im abschließenden Kapitel „Bausteine einer Konzeption für einen Nationalen Bildungsbericht“, These 9, auf Seite 353. Oder mit anderen Worten: ganz hinten versteckt, zudem in einem Bericht, der unter einer Regierung Schröder (beziehungsweise Ministerin Bulmahn) in Auftrag gegeben wurde, obwohl er dann unter der Regierung Merkel (beziehungsweise Ministerin Schavan) veröffentlicht wurde. Oder noch anders ausgedrückt: dass hätte auch das letzte Mal sein können, dass man von einem Bildungspanel liesst.

Ein Bildungspanel hat den unschätzbaren Vorzug, dass damit Betrachtungsperspektiven quer zu den Institutionen und entlang der jeweiligen Bildungsbiographien in den Blick genommen und miteinander verbunden werden können. Mit einem Bildungspanel können objektive Bedingungen (Lebenslagen, Bildungsinstitutionen und angebote) und subjektive Dimensionen (Sichtweisen, Einstellungen, Nutzungsverhalten) erfasst und miteinander in Bezug gesetzt werden. Einflüsse von Institutionen auf Bildungsverläufe, Übergangsprozesse zwischen den Systemen und subjektive Wahrnehmungen und Strategien können auf diese Weise genauer analysiert werden. Auf dieser Basis könnten erstmals in Deutschland differenzierte Untersuchungen zum Zusammenhang von Prozessqualität und Wirkungen, zum Zusammenhang von formaler, non-formaler und informeller Bildung sowie zu Bildungsverläufen differenziert nach sozioökonomischen, geschlechtsspezifischen, ethnisch-kulturellen und regionalen Faktoren durchgeführt werden. Mit einem Bildungspanel ist es insbesondere möglich, Informationen über Bildungsbiographien von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu gewinnen. Damit könnte eine Datenbasis für eine Bildungsberichterstattung aufgebaut werden, die sich von vorneherein nicht mit einer Systemberichterstattung begnügt. Ein entsprechendes Panel müsste dabei in einem Zusammenspiel von haushaltsbezogenen Individualdaten und darauf bezogenen institutionellen Strukturdaten aufgebaut werden, um auf diese Weise das Zusammenspiel von Lebenslagen, subjektiver Lebensführung und institutioneller Angebotsseite mit Blick auf die erzielten Wirkungen bei Bildungsprozessen beobachten und erklären zu können.
[Konzeptionelle Grundlagen für einen Nationalen Bildungsbericht – Non-formale und informelle Bildung im Kindes- und Jugendalter, Seite 354]

Vom SOEP zum Bildungspanel
Das Bildungspanel, wie es in dieser These vorgeschlagen wurde, soll sich am Soziooekonomischen Panel [SOEP] anlehnen. Das SOEP sammelt seit 1984 in jährlichen Befragungen von jetzt über 12.000 Haushalten in Deutschland Daten über die sozialen, ökonomischen und auch gesundheitlichen Umstände. Dabei ist das Panel als Sammlung von Lebenslaufstudien angelegt und arbeitet mit Wiederholungsbefragungen. Das heißt, dass ein Haushalt jährlich befragt wird [solange das die Befragten mitmachen] und auch die Haushalte, die sich aus diesen befragten Haushalten entwickeln mit in die Befragung einbezogen werden. Also, die Kinder, die aus einem befragten Haushaltes ausziehen, werden im Rahmen der von ihnen begründeten Haushalte mit einbezogen, bzw. wenn ein Haushalt wegen der Trennung von Ehen oder Lebenspartnerschaften aufgelöst wird, werden auch diese neuen Haushalte mit befragt.
Dabei wird immer wieder versucht mithilfe von Ergänzungsstichproben ein differenzierteres Bild der Gesellschaft zu zeichnen. Eine der größten Stichproben wurde beispielsweise 1990 in den neuen Bundesländern gezogen.
Die Daten dieser fortlaufenden Befragungen können in der Sozialwissenschaft unterschiedlich verwendet werden, man darf sogar selber ein wenig damit „spielen“. Für den Fall einer eigenen Forschung ist es sogar möglich, solange man sich an den – allerdings bei dieser Methode auch dringend notwendigen – Datenschutz hält, auch auf die gesamten Daten zuzugreifen. Der Vorteil ist ersichtlich: durch die fortwährende Befragung einer großen Zahl immer wieder gleicher Haushalte liefert der SOEP nicht nur Daten zur aktuellen Situation in der Gesellschaft, sondern auch für eine große Anzahl von Lebensläufen. So lassen sich auf der Ebene von Mikrostudien und Makrostudien Zusammenhänge überprüfen, beispielsweise dazu wie sich die Vererbung ökonomischen und sozialen Kapitals auf der Ebene von Haushalten realisiert. Immerhin 3499 Publikationen, welche auf den Daten des SOEP basieren, werden in der Datenbank des Projektes aufgeführt [Stand: 05.06.2008, gegen 1:00]. Obwohl die Politik zur Zeit lieber die – wohl einfacher zu verstehenden – Sinus-Milieus bevorzugt, ist das SOEP immer noch die unangefochten wichtigste Datenbasis über die deutsche Gesellschaft. [Daneben gibt es noch den Mikrozensus, der allerdings immer mit dem Problem zu kämpfen hat, dass er die Antworten quasi erzwingt, während die Teilnahme am SOEP freiwillig ist.]
Ein Problem des SOEP ist, dass die Umfragen und Datenauswertungen von jemand [genauer: TNS Infratest] durchgeführt werden und dies bezahlt werden muss.

Der Vorschlag für ein Bildungspanel lautet nun im Großen und Ganzen, eine ähnlich breite Datensammlung zum Thema Bildung aufzubauen. Im Rahmen der Debatten um Lebenslanges Lernen ist das nachvollziehbar. Wenn in großem Maße dem Bereich der formellen Bildung [Schule, Berufsausbildung, Hochschule, teilweise Kita] zugeschrieben wird, hauptsächlich die Grundlagen für Bildungsprozesse im non-formellen [organisierte Weiterbildung, institutionalisierte Lerngruppen, Führerschein] und informellen [selbstständig organisierte Bildungsprozesse] Bildungsbereiche zu vermitteln und gleichzeitig beständig davon ausgegangen wird, dass Bildung außerhalb, bzw. nach der formellen Bildungssystem zur grundlegenden Ressource der Gesellschaft wird [1], ist es nur nachvollziehbar, dass eine Untersuchung dieser Bildungsprozesse nur mithilfe von Lebenslaufstudien sinnvoll ist. Momentaufnahmen, wie sie beispielsweise das Berichtssystem Weiterbildung bieten, sind nur bedingt geeignet, um tatsächliche Bildungsmotivationen, Bildungsprojekte und die Wirkung von Bildungsprojekten zu erfassen und in einem größeren gesellschaftlichen Kontext zu verorten. Entweder konzentrieren sich die Studien auf erfassbare Daten [Teilnahmezahlen von Bildungsveranstaltungen, formelle Zertifikate], welche allerdings die reale Situation in Bildungsprojekten nur ansatzweise darstellen und informelle Bildungsprojekte gar nicht erfassen können. Oder aber die Studien basieren auf intensiven Interviews mit den untersuchten Personen und sind deshalb – wegen der geringen Fallzahl und Problemen bei der Auswahl der Befragten – im Hinblick auf die Repräsentativität der Ergebnisse fragwürdig. [2] Eine breit angelegte Folgebefragung würde die Vorteile beider Ansätze verbinden: qualitativer Zugriff und eine große Fallzahl.
Nicht zu vergessen die mögliche Nachverfolgung des Lebenslaufs und damit die Möglichkeit, den tatsächlichen langfristigen Effekt von Bildungsprozessen zu überprüfen. Dieser wird bislang zumeist als Bildungsdividende ausgedrückt, also im ökonomischen Gewinn einer Bildungsaktivität – z.B. soundsoviel hat ein Studium gekostet [Kosten + entgangener Lohn], soundsoviel Lohn erhält man nach dem Studium in seinem Leben, die Differenz lässt sich berechnee, dass ist die Dividende. Dem wird allerdings immer wieder entgegengehalten, dass sich der Gewinn einer Bildungsaktivität nicht auf die Lohnhöhe beschränken liesse. Beispielsweise können Bildung auch zum Selbstbestätigung, zur erhöhten Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen und auch nur zu Spass führen. [3] Mit einem Bildungspanel wäre es möglich, solche nicht-ökonomischen Dividenden nachzuvollziehen oder auch herauszufinden, dass es sie unter Umständen nicht gibt.
Das wäre dann unbestreitbar ein weiterer Schritt im Rahmen der empirischen Wende der Erziehungswissenschaft.

Das Panel lebt
Obwohl es wohl kaum jemand auffallen würde, wenn die Idee des Panels einfach verschwunden wäre, gibt es offenbar doch Arbeiten, das Bildungspanel weiterzutreiben. Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld von der Universität Bamberg zeichnet für einen DFG-Antrag „Nationales Bildungspanel (National Educational Panel Study – NEPS) in Deutschland“ als Principal Investigator. Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin, Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt führt Prof. Dr. Blossfeld als Koordinator des Projektes Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt – Bildungsetappe 5 des Nationalen Bildungspanels von Deutschland/NEPS. Die DFG bezog sich in einer Presseerklärung zur Jahresversammlung 2007 auf ein solches Panel. Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung lud 2007 zu einem Treffen über das NEPS. Bei der Uni Bamberg[bei der Prof. Dr. Blossfeld lehrt] findet sich ein eigener Abschnitt zum Bildungspanel beim Lehrstuhls für Elementar- und Familienpädagogik.
In seinem aktuellen Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung [online Seite 10, in der auch gedruckten Version Seite 15] bekennt sich das Bildungsministerium für Bildung ung Forschung zu einem solchen Panel. In der kurzen Pressemitteilung zum Rahmenprogramm nimmt das Panel eine wichtigen Platz ein. Im Sammelband Kindliche Kompetenzen im Elementarbereich: Förderbarkeit, Bedeutung und Messung der Reihe Bildungsforschung des Bildungsministeriums fordern Hans-Günther Roßbach und Sabine Weinert von der [man glaubt es ja fast nicht] Universität Bamberg [der Universität von Prof. Dr. Blossfeld] in ihrem Vorwort ebenfalls ein solches Panel. [4]

Was wird das Panel?
All das sind Hinweise darauf, dass ein Bildungspanel tatsächlich einmal eingeführt und finanziert werden könnte. Oder aber es bleibt ein Projekt von Prof. Dr. Blossfeld und seinen Forschungskontakten. Wer die Geschichte der große diskutierten Projekten in der deutschen Bildungspolitik kennt, weiß, dass dies trotz aller Vorteile, die ein solches Panel haben könnte, kein unrealistisches Szenario ist. Oft schon sind weitgediehene Projekte einfach abgesagt und vergessen worden.
Es ist allerdings heute schwierig zu sagen, wie das Panel aussehen wird. Das Bildungsministerium bleibt eher uneindeutig, was genau in diesem Panel auf welche Weise bei wievielen Menschen erfragt werden soll. Allerdings scheint eine Richtung schon vorgeben:

Fragestellungen, die mit einem Panel bearbeitet werden können, sind u.a.

  • die Analyse von Kompetenzentwicklung im Lebenslauf innerhalb wie außerhalb von Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen sowie mit Bezug auf familiäre, soziale und gesellschaftliche Kontexte,
  • die Analyse von Bildungsentscheidungen und Bildungsprozessen bei kritischen Übergängen,
  • die Relevanz spezifischer Kompetenzen für Ausbildungs- und Berufserfolg,
  • die Leistungen von Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, gemessen am Erfolg ihrer Absolvent/-innen,
  • Bedingungen für Erfolg bzw. Misserfolg im Studium und auf wissenschaftlichen wie beruflichen Karrierewegen,
  • Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für unterschiedliche „Pfade“ im Bereich von beruflicher Bildung und Ausbildung bis zu einem erfolgreichen Einstieg ins Erwerbsleben,
  • die „Verlinkung“ von Zugängen zu Weiterbildung/lebenslangem Lernen mit Beschäftigungskarrieren unterschiedlicher Art.

[BMBF: Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung, Seite 10]

Es geht offenbar vorrangig oder vielleicht auch einzig um den Einfluss von Bildung für das Berufsleben. Zumindest erscheinen solche Themen wie demokratische Teilhabe, Selbstbewußtsein, Gesundheit etc. im Zusammenhang mit dem Panel nirgends.
Ein Bildungspanel hätte die Möglichkeit, ein breites Spektrum von Bildungseffekten und Motivationen zu oder gegen Bildungsprozesse zu untersuchen. Wenn es aber von Beginn an auf die berufliche Sphäre zugeschnitten wird, wird dies auch die Richtung der empirischen Bildungsforschung in Deutschland vorgeben. Schließlich werden das die Daten sein, auf die sich viele Untersuchungen stützen werden. Was nicht erfragt wurde, wird mit diesem Daten einfach nicht thematisiert werden zu können. Dabei muss man bedenken, dass es sich bei der empirischen Bildungsforschung nicht nur um eine wissenschaftliche Diskussion handelt, sondern um einen Wissenschaftszweig, von dem die Politik aktuell Handlungswissen fordert. Eine einseitige Fokussierung würde also auch einen direkten Einfluss auf die Themen haben, welche in der Bildungspolitik verhandelt werden. Und gerade deshalb ist es auch fragwürdig, warum offenbar seit einigen Jahren an einem solchen Instrument gearbeit wird, aber kaum etwas von ihm bekannt gemacht wird. Ach, sagen wir es doch offen: ein politischer Skandal. Immerhin wird dieses Projekt gesellschaftliche Auswirkungen haben, deshalb gehört es auch gesellschaftlich debattiert und nicht einfach nur zwischen der einem Fachbereich der Universität Bamberg und dem Bildungsministerium ausgehandelt.

Abgesehen davon würde ein gut geplantes Bildungspanel auch die Möglichkeit bieten, nicht nur formelle Bildungsprozesse zu untersuchen, sondern auch den Einfluss informeller Bildungsorte zu erfassen. Dazu könnten auch Bibliotheken zählen. Bislang ist es einfach nicht möglich zu sagen, ob tatsächlich viele Menschen Bibliotheken als Einrichtungen nutzen, die Bildungsprozesse unterstützen oder als gar als eigenständige Bildungsorte ansehen. Oder ob die Geschichten von Menschen, die sich mithilfe von Bibliotheken „hinauflesen“ nur Einzelfälle darstellen. Ein Bildungspanel könnte hier verwendbare Daten liefern. Genauso wie er ähnliche Daten für Museen, Jugendklubs, Seniorinnen- und Seniorenfreizeiteinrichtungen oder Galerien liefern könnte.
Und das ist auch der Grund, weshalb sich bibliothekarische Verbände recht bald um dieses Bildungspanel kümmern sollten. Jetzt scheint es noch in der Planungsphase zu sein. Ein Anstoß von Seiten der Bibliotheken könnte dazu führen, dass erstens der Fokus von der reinen berufsbezogenen Bildung verschoben wird auf eine breitere Funktionsbestimmung von Bildung – wobei die berufliche Bildung ein wichtiger Teilbereich sein muss -, zweitens das Bildungspanel überhaupt gesellschaftlich thematisiert wird [5] und drittens Bibliotheken als mögliche Bildungsorte mit in die Befragungen aufgenommen werden, welche wohl die Grundlage dieses Panels darstellen werden. [6]

Fußnoten
[1] Wobei die Betonung auf „davon ausgegangen wird“ liegt. So sicher, wie das gerne behauptet wird, ist dies nicht. Bzw. bislang wird zumeist davon ausgegangen, dass es die Entwicklung im beruflichen Bereich sei, die immer weitere Bildung der Individuen erfordern und dass deshalb die Produktivität der Gesellschaft darunter leiden würde, wenn nicht von den Individuen beständig weitergelernt würde. Und ob dies richtig ist oder ob nicht vielmehr die immer bessere Bildung der Arbeitnehmenden die Entwicklung von Arbeitsplätzen und intellektuellen Herausforderungen im Berufsalltag vorangetrieben hat, ist nicht so einfach zu klären, wie es auf den ersten Blick scheint. Vgl. zu dieser Frage den viel zu selten beachteten Aufsatz: Nico Stehr (2003) / Das Produktivitätsparadox. – In: Böschen, Stefan ; Schulz-Schaeffer [Hrsg.] / Wissenschaft in der Wissensgesellschaft. – Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 2003, S. 77-93. Allerdings ist das nicht wirklich schlimm, da eine höhere Bildung auch zu einem höheren Handlungswissen und Selbstbewußtsein der Individuen – oder anders gesprochen: zur Demokratisierung – führt, selbst falls es keinen so großen ökonomischen Einfluss der Ökonomie auf die Bildungsanforderungen an die Individuen gibt. Vgl. zu diesem Themenkomplex zwei weitere Werke von Stehr: Stehr, Nico (2000) / Die Zerbrechlichkeit moderner Gesellschaften. – Weilerswist : Velbrück Wissenschaft, 2000 und Stehr, Nico (2007) / Die Moralisierung der Märkte. Eine Gesellschaftstheorie. – Suhrkamp : Frankfurt am Main, Suhrkamp, 2007.
[2] Das ist ein weiterer Punkt im alten Widerstreit über die Vorzüge und Nachteile quantitativen und qualitativer Forschungsmethoden.
[3] Letzteres wird zumindest behauptet. Wer weiss … vielleicht von Menschen, die „pädagogisch wertvolle“ Bücher schreiben oder Spiele programmieren.
[4] Irgendwann wird man bei einer solchen Häufung wohl vorsichtig. Prof. Dr. Blossfeld ist auch Mitglied des Aktionsrat Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Vgl. zu diesem Aktionsrat auch den Artikel „Das Bildungssystem ist nicht unternehmensförmig genug“ der GEW.
[5] Dafür zu sorgen, dass gesellschaftlich relevante Informationen „befreit“, verbreitet und diskutiert werden, sollte eigentlich zum bibliothekarischen Ethos gehören, auch wenn dies eher in der USA als in deutschen Debatten thematisiert wird.
[6] Eine Erfahrung aus dem SOEP ist, dass die Einführung neuer Fragen zwar prinzipiell möglich, aber immer ein langer und schwieriger Prozess ist, der auch nicht immer erfolgreich sein muss. Schließlich ist das SOEP und das geplante Bildungspanel auf eine kontinuierliche Gewinnung von Daten ausgelegt. Es können nur eine bestimmte Anzahl von Fragen in den Interviewkatalog aufgenommen werden – schließlich ist Interviewzeit immer begrenzt und zudem bedeutet die Erfassung eines weiteren Items immer auch, dass dieses Item zusätzlich bei der Dateneingabe aufgenommen werden muss, was Arbeitszeit kostet -; ein Austausch von Fragen bricht immer eine Datenreihe ab. Deshalb ist es weit einfacher, sein Interesse bei der Konzeption solcher Panels anzumelden und nicht erst, wenn sie schon laufen.

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