Schulbibliotheken, Vorstellungen

Eine Werbeschrift zum 20-jährigen Bestehen der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen [LAG] Anfang diesen Jahres, veröffentlichte gerade das European Network for School Libraries and Information Literacy.
Nichts gegen die LAG und ihre engagierte – und wie an diesem Geburtstag ersichtlich, auch kontinuierlichen – Arbeit. Aber das Dokument zeigt auch einige Grenzen des bibliothekarischen Denkens über andere Bildungseinrichtungen auf.
So behauptet die LAG schon länger, aber auch hier, dass die normale Schule in reinem Frontalunterricht und vor weißen Wänden stattfindet und eine Schulbibliothek das alles ändern würde. Das stimmt selbstverständlich in zwei Richtungen nicht. Keine Schule (in Deutschland) unterricht heute mehr in reinem und durchgängigen Frontalunterricht, in keiner Schule ist die Schulbibliothek die einzige Einrichtung, die Innovation bringen könnte. Zudem ist es nicht so, dass der Frontalunterricht nicht von Zeit zu Zeit auch seine Vorteile hätte und Ergebnisse zeitigen würde.
Es scheint auch fragwürdig, ob eine einheitliche OPAC-Software in rund 50% der hessischen Schulen wirklich so einen großen Erfolg darstellt, wie das im Dokument hervorgehoben wird. Patrick Danowski und Lambert Heller haben im letzten libreas-Podcast, um mal ein aktuelles Beispiel zu nennen, darauf hingewiesen, dass es bei Daten auch darum geht, wie sie verwendet; nicht nur wie sie vorgehalten werden (besonders ab Minute 7). Die Frage wäre, was Schulbibliotheken in Hessen damit anfangen, dieselbe Software zu benutzen.

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